10.05.2019
Kategorie: MINT-Aktionen

Das Streuobstwiesenprojekt


Dank unseres engagierten Fördervereins durften zwei Klassen der Lavesumer Grundschule (3c & 4c) über ein Jahr lang mit insgesamt 5 Doppelstunden an diesem neuen Projekt teilnehmen. Betreut wurde es von Michaela Scheideler, die sich vor Kurzem zur Streuobstwiesenpädagogin hat ausbilden lassen.

Im Mai ging es los und die Klasse 3c besuchte zum ersten Mal die Streuobstwiese in Lavesum. Auf der Wiese angekommen, wurden wir bereits von Frau Scheideler erwartet. Nun sollten die Kinder – mit Stiften und leeren Blättern ausgestattet – das Gelände erkunden und dabei Notizen anlegen. Wie viele Bäume zählst du? Wo stehen sie genau? Was kannst du noch alles entdecken? Anhand dieser Fragen entstanden „erste Kinderkarten“ und wir machten uns mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Gemeinsam überlegten wir, welchen Ursprung das Wort STREUOBSTWIESE hat, zerlegten es in seine Einzelteile und bekamen von Frau Scheideler viele Infos dazu. An den Obstbäumen waren aus den vertrockneten Blüten schon winzige Früchte gewachsen, welche wir uns genau anschauten. Bevor wir zur Schule zurückgingen, gab es für jeden noch einen kleinen Becher mit selbstgemachtem Apfelsaft zur Stärkung.

Im Juni stand der zweite Besuch an. Nun waren schon kleine Äpfelchen gewachsen und wir lernten, wie aus den Blüten „Minifrüchte“ wachsen konnten. Im Laufe der Doppelstunde lernten wir viele Dinge über Bienen und Bestäubung und hörten, dass in China mittlerweile Menschen mit Pinseln die Blüten bestäuben müssen, weil es immer weniger Bienen gibt. Zum Abschluss bauten die Kinder hoch motiviert in Gruppen eine Bienenbrutstätte nach. Neben den Nützlingen ging es bei diesem Besuch aber auch um Schädlinge.

Bei unserem dritten Besuch im August hatten wir leider eine total verregnete Doppelstunde auf der Obstwiese. Gott sei Dank ließ uns der Wiesenbesitzer jedoch in seine Scheune, sodass wir relativ trocken blieben. Die Kinder wurden zu kleinen  „Pomologen“ und untersuchten verschiedene Apfelsorten auf ihr Aussehen, ihren Geruch und Geschmack hin. So fanden sich – wie in einem Memory – immer zwei Partner, die die gleiche Apfelsorte in der Hand hielten. Wir sammelten Äpfel von der Wiese, bestimmten die Sorte und pressten sie in einer mobilen Saftpresse zu Saft. Mmh, war das lecker!

Anfang Oktober ging es dann auf der Wiese um Boden- und Kleintiere und alle Kinder schwärmten – mit Becherlupen bewaffnet – aus. Gut instruiert, gingen sie umsichtig auf Tierjagd oder suchten Tierspuren. Unsere Funde schütteten wir dann auf ein großes weißes Bettlaken, um die Tiere zu bestimmen. Schnell wurde deutlich, welch große Vielfalt sich in diesem natürlichen Lebensraum wohlfühlt und ausbreiten konnte.

Kurz vor Ende des letzten Jahres marschierten wir dann – mit Spaten und Schaufeln ausgerüstet – zur Wiese und pflanzten gemeinsam einen neuen Baum ein. Unser Klassenbaum ist eine „Zwetschke“. Die Kinder buddelten selbst das Loch, ummantelten den Wurzelballen mit einem Drahtgeflecht, pflanzten den Baum, legten einen Gießrand an und gaben Frau Scheideler hilfreiche Tipps, damit sie die Krone des jungen Bäumchens fachgerecht beschneiden konnte. Nun hieß es endgültig Abschied von der Wiese zu nehmen, denn das letzte Mal werden wir die Streuobstwiesenpädagogin wohl im Klassenraum sehen, wenn sie mit allen Kindern das Projekt mithilfe einer kleinen Mappe Revue passieren lassen wird.

Dass „unsere“ Zwetschke auch nach dem Ende des Projektes noch besucht werden muss, stand für alle Kinder gleich fest. „Wir müssen doch schauen, ob es ihr gut geht!“, meinten die Kinder einstimmig.

So sieht motivierender Unterricht vor Ort aus!


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